Region
Was liegt eigentlich hinter Fehmarn?
Nur der Fehmarnbelt trennt Fehmarn von der dänischen Insel Lolland. Heute kennen viele Reisende Rødby vor allem als Fährhafen auf dem Weg nach Kopenhagen. Mit dem Fehmarnbelttunnel wird Lolland zum direkten Nachbarn – Grund genug, sich die andere Seite des Belts genauer anzusehen.
Lolland
Die Insel auf der anderen Seite
Wer heute in Puttgarden auf die Fähre fährt, erreicht nach der Überfahrt Rødbyhavn auf Lolland. Viele Reisende verlassen die Insel anschließend möglichst schnell wieder und fahren weiter Richtung Kopenhagen.
Dabei ist Lolland nicht nur Transitstrecke. Die flache dänische Insel bietet kleine Städte, Seen, Küstenlandschaften, familienfreundliche Ausflugsziele und eine stark vom Wasser und von der Landwirtschaft geprägte Landschaft.
Mit der festen Fehmarnbeltquerung verändert sich außerdem ihre geografische Rolle: Aus einer Insel hinter einer Fährpassage wird aus deutscher Sicht der erste Teil Dänemarks auf einer durchgehenden Straßenverbindung Richtung Kopenhagen und Schweden.
Orientierung
Vier Orte, die Lolland greifbar machen
Wer von Fehmarn kommt, muss nicht die gesamte Insel kennen. Diese vier Stationen vermitteln bereits einen guten Eindruck davon, was auf der anderen Seite des Fehmarnbelts liegt.
01
Rødbyhavn
Das Tor nach Lolland. Hier kommen heute die Fähren aus Puttgarden an und hier entsteht das dänische Portal des Fehmarnbelttunnels.
02
Maribo
Kleine historische Stadt zwischen Seen, Natur und Kultur – und ein guter Ausgangspunkt, um Lolland zu entdecken.
03
Knuthenborg
Der große Safaripark nördlich von Maribo ist besonders für Familien ein mögliches Ziel auf dem Weg durch Lolland.
04
Nakskov
Lollands größte Stadt liegt am Nakskov Fjord im Westen der Insel und zeigt eine ganz andere Seite der Region.
Ankunft
Rødbyhavn: Hier beginnt Dänemark
Rødbyhavn liegt an der Südküste Lollands direkt gegenüber von Fehmarn. Heute ist der Ort vor allem durch den Fährhafen der Verbindung Puttgarden–Rødby geprägt.
Gleichzeitig entsteht hier die dänische Seite des Fehmarnbelttunnels. Damit wird Rødbyhavn künftig nicht mehr nur Fährhafen, sondern der nördliche Ausgangspunkt der festen Verbindung nach Deutschland.
Für Reisende ist Rødbyhavn vor allem ein Ausgangspunkt. Von hier führt die Hauptroute weiter über Lolland und Falster Richtung Seeland und Kopenhagen. Wer Zeit hat, kann die Fahrt aber bereits hier unterbrechen.
Direkt bei Rødby liegt unter anderem der Ferienpark Lalandia. Außerdem befindet sich in Rødbyhavn das Ausstellungszentrum zum Bau des Fehmarnbelttunnels.
Mehr über den Fehmarnbelttunnel →Maribo
Seen, Altstadt und ein guter erster Stopp
Maribo liegt im Inneren Lollands und bietet einen deutlich anderen Eindruck als der Verkehrskorridor rund um Rødbyhavn. Die kleine Stadt liegt unmittelbar am Naturpark Maribo-Seen.
Rund um die Seen gibt es Wander- und Radwege sowie eine vielfältige Vogelwelt. In der Stadt selbst gehören die Maribo Domkirche, die historische Umgebung am See und die kleine Innenstadt zu den wichtigsten Anlaufpunkten.
Wer auf dem Weg nach Kopenhagen nicht nur eine Raststätte anfahren möchte, findet hier deshalb einen möglichen Zwischenstopp mit Stadt, Wasser und Natur an einem Ort.
Mit Kindern
Knuthenborg Safaripark
Nördlich von Maribo liegt Knuthenborg Safaripark. Der Park gehört zu den bekanntesten Familienzielen der Region und verbindet große Tieranlagen mit weiteren Erlebnisangeboten.
Für Familien auf dem Weg zwischen Deutschland und Skandinavien ist das besonders interessant: Aus einer reinen Transitfahrt durch Lolland kann damit bewusst ein Zwischenstopp oder sogar eine Übernachtung werden.
Idee für Familien
Nicht nur durchfahren.
Einen Reisetag daraus machen.
Fehmarn → Rødbyhavn
Stopp in Maribo oder Knuthenborg
Weiterfahrt Richtung Kopenhagen
Westlolland
Nakskov und der Fjord
Wer Lolland nicht nur auf der direkten Route nach Kopenhagen durchquert, kann nach Westen Richtung Nakskov fahren. Nakskov ist die größte Stadt der Insel und liegt am Ende des gleichnamigen Fjords.
Die Stadt besitzt historische Gassen und einen alten Hafen. Der Nakskov Fjord mit seinen kleinen Inseln prägt die Landschaft rund um den Ort. Teile des Fjords lassen sich auch mit einem ehemaligen Postboot erkunden.
Westlolland ist damit weniger ein notwendiger Zwischenstopp auf dem Weg nach Kopenhagen als eine mögliche Entdeckung für Reisende, die bewusst mehr von der Insel sehen möchten.
Entdecken
Was kann man auf Lolland unternehmen?
Natur & Radfahren
Lolland ist ausgesprochen flach. Das macht die Insel besonders geeignet für entspannte Fahrradtouren. Küsten, Deiche und die Landschaft rund um die Maribo-Seen bieten dafür unterschiedliche Routen.
Dodekalitten
Im Norden Lollands entsteht mit Dodekalitten ein Kunstwerk aus monumentalen Steinskulpturen und Musik. Es gehört zu den ungewöhnlicheren Ausflugszielen der Insel.
Küste & Fjorde
Die Landschaft wird stark vom Wasser geprägt. Besonders rund um Nakskov sowie entlang der Südküste lässt sich Lolland abseits der großen Verkehrsroute erleben.
Familien
Mit Knuthenborg und Lalandia besitzt Lolland zwei große familienorientierte Ziele, die sich auch als Unterbrechung einer längeren Skandinavienreise anbieten.
Weiterreise
Und wie geht es von Lolland weiter?
Für die meisten Reisenden bleibt Lolland Teil einer größeren Reise. Von Rødby führt die Hauptverbindung weiter über die Nachbarinsel Falster und anschließend nach Seeland.
Das wichtigste Ziel auf dieser Achse ist Kopenhagen. Von dort führt die Route über die Öresundverbindung weiter nach Malmö und damit nach Schweden.
Genau darin liegt die langfristige Bedeutung Lollands: Die Insel wird zum ersten dänischen Abschnitt einer direkten Straßenachse von Norddeutschland über Kopenhagen nach Südschweden.
Fazit
Lolland wird vom Durchgangsort zum direkten Nachbarn.
Nicht jeder Skandinavienreisende wird deshalb auf Lolland Urlaub machen. Aber mit der festen Fehmarnbeltquerung wird die Insel für Norddeutsche deutlich näher und sichtbarer. Maribo, Knuthenborg, Nakskov und die Landschaft der Insel sind gute Gründe, nicht jedes Mal einfach nur durchzufahren.